Sony A7 – Die perfekte Vollformatkamera für unterwegs?

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Die Sony Alpha 7 ist eine spiegellose Systemkamera mit einem 35mm Vollformatsensor, welcher mit 24 Megapixeln auflöst. Sony spielt seit jeher im Bereich der digitalen Fotografie an vorderster Front mit und überraschte in der Vergangenheit immer wieder mit Innovationen, die den Kameramarkt aufrütteln konnten. 2013 wagte Sony mit der A7 und A7R als erstes Unternehmen den Schritt in Richtung kompakter Vollformat-Systemkameras und konnte durch den immensen Erfolg dieser Serie in den Folgejahren große Marktanteile erobern.

Die A7 gibt es mittlerweile für ca. 800€ bei Amazon zu kaufen, mit dem passenden 28-70mm Kit-Objektiv muss man mit 899€ rechnen. 

Die wichtigsten Features

  • 24,3 Megapixel Vollformat CMOS Sensor mit optischem Tiefpassfilter
  • Kompatibel mit E-Mount-Objektiven 
  • Elektronischer Sucher mit 2,3 Millionen Bildpunkten
  • Hybrid-Autofokus (AF-Phasendetektion/AF-Kontrastdetektion)
  • Verstellbares 3 Zoll TFT LCD mit 921.600 Bildpunkten
  • Full-HD Videos mit 50 Bildern pro Sekdunde
  • BIONZ X Bildprozessor
  • WiFi und NFC

Das für viele wohl beeindruckendste Merkmal der Kamera ist der sehr handliche Formfaktor, denn die A7 wiegt gerade einmal 480 Gramm und die Abmessungen des Gehäuses sind, im Vergleich mit anderen Kameras aus dem DSLR Segment wie die Canon 6D oder die Nikon D610, deutlich kleiner. Für Reisefotografen, die auf eine platzsparende Ausrüstung angewiesen sind, ist die neue Mirrorlessreihe von Sony also eine echte Alternative zu den altbekannten DSLRs. Das geringe Gewicht tut der Robustheit glücklicherweise keinen Abbruch, denn durch die Verwendung von hochwertigen Kunststoffen, kombiniert mir einer Magnesium-Aluminium-Legierung, fühlt sich die Kamera in der Hand angenehm wertig an. Wem das Gehäuse dennoch zu kein ist, kann einen Hochformatgriff verwenden, der gleichzeitig die Akkulaufzeit verdoppelt und besonders bei schweren Objektiven die Balance der Kamera verbessert.
Die A7 ist ebenfalls gegen Witterungseinflüsse geschützt und kann mit den passenden Objektiven problemlos unter schlechten Bedingungen genutzt werden.

Ausstattung

Da Sony die A7 auch an professionelle Fotografen richtet, ist es kaum überraschend, eine ganze Reihe an Funktionen zu finden, die kaum Wünsche offen lassen. Einsteiger werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen, da viele Automatikprogramme und Bildeffekte zur Verfügung stehen. Dazu gehören mehrere HDR-Modi, sowie ein Vollautomatikmodus.
Die Bilder werden wahlweise in verschiedenen Komprimierungsstufen im JPEG-Format abgespeichert, oder direkt als 14 Bit RAW-Datei. Die angepriesenen 14 Bit sind jedoch eher Marketing, denn tatsächlich wird nur im komprimierten RAW-Format mit 11+7 Bit ausgegeben – das sollte für die meisten Nutzer aber mehr als nebensächlich sein.
Wer einen integrierten Blitz vermisst, muss auf externe Blitzgeräte zurückgreifen, die sich über den sogenannten “Multi-Interface-Zubehörschuh” verbinden lassen. Wie dieser etwas störrische Name vielleicht vermuten lässt, kann der Anschluss auch mit andere Geräten kommunizieren. Ein Stereomikrofon oder eine Videoleuchte können so die Funktionalität der Kamera nochmals erweitern. Im Serienbildmodus schafft die A7 durchschnittliche 5 Bilder pro Sekunde, ein Wert der für viele Situationen ausreichend ist. Für Sportfotografen wird dies nicht ausreichen, vor allem da der Wert auf 2,5 Bilder die Sekunde sinkt, wenn der kontinuierliche Autofokus verwendet wird.
Wenn es um das drehen von Videos geht, muss sich die A7 nicht verstecken. Aufgezeichnet wird mit Full HD und bis zu 50 Bildern pro Sekunde. Über den HDMI Anschluss lassen sich externe Displays anschließen und ein Kopfhöreraugang, sowie ein Mikrofoneingang sind auch mit an Bord. Ein kleines Manko ist der Rolling-Shutter-Effekt, der bei schnellen Bewegungen durchaus auffällt und das Bild leicht verzerrt.
Ein nettes Gimmick ist die Möglichkeit, die Kamera via App zu steuern. So kann das Smartphone als Display und Fernsteuerung genutzt werden. Die aufgenommen Bilder können so auch direkt aufs Handy übertragen werden.

Bildqualität

Die A7 liefert konstant sehr hochqualitative Aufnahmen. Der ISO-Bereich liegt bei 50-25600, wobei die Bilder bis ISO 3200 hervorragend sind und nur durch sehr genaues hinsehen eine Verschlechterung der Qualität zu bemerken ist. Ab ISO 6400 ist das Rauschen deutlicher zu erkennen und sollte nur in bestimmten Situationen verwendet werden. Diese Ergebnisse machen die A7 zu einer wirklich guten Kamera, wenn es um Low-Light Aufnahmen geht. Dies liegt natürlich auch an der Sensorgröße, da die größeren Pixel auf dem Sensor insgesamt mehr Licht einfangen können.
Ein Problem ist die Qualität der JPEG-Aufnahmen, die sehr stark bearbeitet wirken. Der Bildprozessor schärft eindeutig zu stark nach und die Rauschunterdrückung ist eher mittelmäßig. Wer jedoch den Schritt in Richtung Vollformat macht, speichert seine Aufnahmen wahrscheinlich ohnehin im RAW-Format ab. Dies empfehlen wir auch ausdrücklich, um das Maximum aus der Kamera herauszuholen und die beste Bildqualität zu erzielen.

Kit-Objektiv

Optional bietet Sony die A7 im Kit mit dem  FE 28-70 mm 3.5-5.6 OSS (SEL-2870) an. Mit einem Gewicht von weniger als 300 Gramm, macht es die A7 zu der perfekten Reisekamera. Diese Kombination wiegt weniger als die meisten DSLR-Gehäuse.
Kit-Objektive haben im allgemeinen nicht den besten Ruf und liefern oft eine schlechte Bildqualität. Das SEL-2870 zeigt jedoch über den gesamten Brennweitenbereich eine sehr gute Bildqualität, vor allem wenn man die Möglichkeit hat, die Blende auf f/8 zu verkleinern. Da die A7 keine Sensorstabilisierung bietet, ist der Bildstabilisator des Objektivs ein sehr nettes Feature. So wird die bereits sehr gute Leistung der Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen nochmals verbessert. Für den geringen Aufpreis sollte dieses Objektiv auf jeden Fall getestet werden. 

Nachteile

Auch wenn die A7 eine rundum gute Figur macht, gibt es einige Punkte, an denen Sony noch ansetzen kann.
Eines der Hauptargumente für die A7 sind die kleinen Abmessungen des Gehäuses. Darunter leidet aber leider die Handhabung der Kamera, denn der Griff am Gehäuse ist für größere Hände einfach zu klein, sodass es bereits nach kurzer Zeit anstrengend wird, die Kamera in der Hand zu halten. Ein Batteriegriff hilft hier wie oben beschrieben natürlich, dennoch geht so die Kompaktheit verloren. Den Griff etwas größer zu gestalten, wäre sicherlich eine gute Idee und wirkt sich nicht stark auf die Gehäusegröße aus.
Ein weiteres Problem ist die Objektivaufnahme, die zum Teil aus Plastik besteht und so größeren Objektiven nicht gewachsen scheint, da diese eine wesentlich höhere Belastung auf die Halterung ausüben. So kommt es unter Umständen zu einer kleinen Lücke zwischen Objektivbajonett und Halterung, durch die Licht eindringt und die Aufnahme stören kann. Hier hilft nur eine neue Objektivaufnahme aus Metall, die mittlerweile auch von Drittherstellern angeboten wird. Der Austausch ist relativ einfach, dennoch sollte eine Kamera in dieser Preisklasse auch mit den entsprechenden Objektiven klarkommen.

Fazit

Ist die Sony A7 also die perfekte Vollformat-Kamera für unterwegs? Alles in allem überzeugt die Kamera durch eine beeindruckende Bildqualität und einem gleichzeitig sehr kleinem Gehäuse. Mit den richtigen Objektiven ist die A7 perfekt für die Reisefotografie geeignet und passt in so gut wie jeden Rucksack ohne Probleme hinein. Sowohl anspruchsvolle Fotografen, als auch Einsteiger finden mit Sicherheit ihren Spaß an dieser Kamera.
Sony hat also einen soliden Grundstein für spiegellose Vollformatkameras gelegt und andere Hersteller werden mit großer Wahrscheinlichkeit reagieren und ebenfalls in den Markt einsteigen. 

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