Stative

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Egal, ob für Landschaftsaufnahmen, Langzeitbelichtungen oder Tierfotografie. Stative kommen überall zum Einsatz und sind nach der Kamera und dem Objektiv das wichtigste Werkzeug für einen Fotografen. Jetzt ist die Wahl des richtigen Stativs aber gar nicht so einfach, da es so viele verschiedene Anwendungsbereiche gibt, sollte man ganz genau wissen, was man fotografieren will und für welche Bilder man ein Stativ braucht. Mit diesen paar Zeilen will ich dir einen Überblick über den Stativdschungel geben und dir im besten Fall auch den Weg zeigen, der dich zu deinem perfekten Stativ führt. Viel Spaß! Fangen wir mit dem Aufbau an. Ein Stativ besteht immer aus einem Kopf und einem Untergestell. Der Kopf ist der Teil, auf dem die Kamera später sitzen wird. Meistens kann man ihn auch vom Untergestell trennen und somit austauschen.

Stativkopf

Es gibt im wesentlichen 4 verschiedene Stativköpfe.

  • Kugelkopf
  • Pistolenkopf
  • 2 Wege Neiger
  • 3 Wege Neiger
Kugelkopf

Der Kugelkopf ist der bekannteste und hat auch den größten Anwendungsbereich. Bei diesem Modell ist deine Kamera auf einer Platte befestigt und die wiederum an einer Kugel. Die Kugel liegt in einer Art Schale und kann in ihr frei bewegt werden. Der Vorteil von diesem Kopf ist, er ist sehr klein und du kannst mit nur einem Verstellrad alle 3 Achsen kontrollieren. Es sind also sehr schnelle Ausrichtungen möglich. Das hat natürlich auch einen Nachteil, denn für professionelle Fotografen, die ihre Kamera auf den Millimeter genau ausrichten müssen, ist diese Variante keine Option. Aufgrund seiner Handlichkeit und der schnellen Einsetzbarkeit würde ich ihn allen Fotografen empfehlen, die viel unterwegs sind und keine schweren Gegenstände mitnehmen möchten.

 

Pistolenkopf

Als nächstes betrachten wir den Pistolenkopf. Dieser ist wie der Kugelkopf an einer Kugel befestigt und somit in 3 Achsen verstellbar. Der einzige Unterschied zum vorherigen Modell ist, dass dieser Kopf anstatt einem Drehrad für die Ausrichtung, eine Art Pistole hat. Ganz genau, der Griff einer Pistole ist an der Kugel befestigt und ermöglicht somit noch schnellere Einstellungen der Position. Ich würde auch sagen, dass er etwas präziser und einfacher zu handhaben ist. Der einzige Nachteil hier ist, dass er weder klein, noch handlich ist. Denn durch den Griff wird etwas mehr Platz benötigt.

 

2 Wege Neiger

Dies ist der wohl älteste von allen. Wir alle kennen das Ding, von dem ein kleiner Stab abgeht, an welchem man drehen und somit die Kamera nach oben, unten und nach links rechts verstellen kann. Heutzutage wird er so gut wie nur noch für Videos gebraucht, denn für Fotos gibt es deutlich bessere Alternativen. Die Vorteile sind jedoch nicht von der Hand zu weisen, so kann man mit diesem Kopf sehr schöne Landschaftsaufnahmen machen und für das Schwenken ist er ebenfalls sehr gut geeignet. Dazu ist er auch sehr präzise und daher auch noch bei manchen Fotografen vorzufinden. Durch den Griff, der meistens sehr lang ist, darf man hier kein kleines Werkzeug erwarten, es gibt zwar spezielle Modelle, die für die Fotografie ausgelegt sind, doch auch diese sind nicht handlich oder gar vergleichbar mit der Größe eines Kugelkopfs. Wer hauptsächlich Videos drehen will, ist mit dieser Variante bestens aufgehoben, für Fotos kann man ihn auch benutzen, ich würde jedoch aus den genannten Gründen davon abraten.

 

3 Wege Neiger

Das letzte Modell ist der 3 Wege Kopf. Dieser ist der präziseste von allen und ganz klar für den Profi – Markt gemacht. Mit 3 verschiedenen Verstellrädern lässt sich jede einzelne Achse separat bewegen. Hier sind millimetergenaue Ausrichtungen möglich! Das alles hat jedoch auch seinen Preis, denn dieser Kopf ist in Sachen Schnelligkeit und Gewicht weit hinter dem Kugelkopf. Hier hat man ein großes Stativ, welches auch einiges auf die Waage bringen dürfte. Für Landschaftsaufnahmen und Tierfotografie ist diese Variante super, sie sind meistens sehr gut verarbeitet und ermöglichen haargenaue Positionierungen. Für den leichten Rucksack sind sie aber nicht gemacht. Wer also viel unterwegs ist, sollte zu einem anderen Modell greifen. 

Das waren die 4 verschiedenen Köpfe, es gibt zwar noch ein paar mehr Varianten, doch diese sind zu speziell und für uns nicht von Bedeutung. Hier noch einmal alle Vor – und Nachteile zusammengefasst:

 

KugelkopfPistolenkopf2 Wege Neiger3 Wege Neiger
++++
Leicht & Handlich3 AchsenverstellbarPräziseSehr Präzise
3 AchsenverstellbarSchnelle AusrichtungIdeal für Videos 
Schnelle Ausrichtung   
UnpräziseUnpräziseGroß & SchwerTeuer
 Unhandlich2 AchsenverstellbarGroß & Schwer

 

Untergestell

Das Untergestell ist nicht weniger interessant, denn auch hier gibt es viele verschiedene Arten und Formen, die alle für verschiedene Zwecke gedacht sind. Es gibt 3 wichtige Faktoren die man beachten sollte:

  • Material
  • Verschluss
  • Größe
Material

Die meisten Stative bestehen aus Aluminium. Dieses Material ist günstig, stabil und wiegt auch nicht allzu viel. Man wird hier auch die größte Auswahl finden, da es der Standard ist. Aluminium ist wirklich leicht, doch im Vergleich zu den anderen Materialien bringt es dann doch am meisten auf die Waage. Ein bisschen anfällig für Schwingungen und Hitze ist es auch. Alles in allem ist Aluminium die perfekte Wahl für jeden, der ein solides Stativ braucht und nicht zu tief in den Geldbeutel greifen will. Ich selber besitze eines und kann nur positives sagen, das Gewicht ist völlig in Ordnung, die Qualität sehr gut und der Preis mit 66 Euro mehr als akzeptabel.

Carbon ist in allen Eigenschaften besser. Leichter, stabiler und weniger empfindlich gegenüber Wärme. Der einzige Nachteil von Carbon ist der Preis, denn dieser ist astronomisch im Gegensatz zu dem von Aluminium. So kostet zum Vergleich das Rollei C5I mit Aluminium nur 100 Euro und mit Carbon stolze 150 Euro. Diese Preisunterschiede wirst du bei jedem anderen Stativ auch finden. Ich würde immer zum Aluminium Modell raten, da Carbon zwar leichter ist, der Gewichtsunterschied aber nicht den Aufpreise wert ist. Wer jedoch viel reist, lange Touren macht und einen großen Geldbeutel hat, sollte dann doch zum Carbon greifen. 

Und als letztes Material betrachten wir Plastik, doch dazu werde ich gar nicht viel sagen, denn es ist zwar sehr billig, aber die Qualität ist es leider auch. Dennoch gibt es viele davon, aus dem einfachen Grund: Sie sind sehr preiswert. Ein Plastikstativ kann für 20 Euro erworben werden, doch wie schon gesagt leidet dabei die Qualität. Es ist nicht stabil, bei Temperaturschwankungen wird es nicht lange halten und es sieht dabei meistens noch nicht einmal schön aus. Dementsprechend sind Plastikstative meiner Meinung nach in keinem Fall und für keinen Fotografen empfehlenswert.

 

Wer hätte das gedacht?

Außer Carbon und Aluminium gibt es allerdings noch exotischere Materialien: Zum Beispiel Stative aus Holz. Diese sind sehr stabil und dämpfen auch sehr gut. Die Nachteile hier sind jedoch die Größe und der Preis. Man muss dazu sagen, Holz hat einen ganz eigenen Stil, es ist ein völlig anderes Gefühl mit einem Holzstativ zu arbeiten als mit einem aus Aluminium oder Carbon. 

Des Weiteren gibt es noch Basalt, ein sehr seltenes Material, welches bis jetzt nur ein einziger Hersteller verwendet. Es ist nochmal ein bisschen robuster und leichter als Carbon, doch auch ein ganzes Stück teurer. 

Verschluss

Unter Verschluss versteht man das Teil, welches die Beine fixiert. Dafür gibt es 2 Möglichkeiten: Zum einen den Klappverschluss, bei welchem eine Klappe zum Feststellen betätigt wird und zum anderen gibt es den Drehverschluss, bei welchem das Rad, welches sich am Bein befindet, so weit festgedreht wird, bis es stabil ist. Beide Systeme haben ihre Vor – und Nachteile, der Klappverschluss lässt sich schneller betätigen, hat dafür jedoch optisch deutliche Nachteile, der Drehverschluss braucht ein bisschen mehr Zeit, dafür befindet sich das Rädchen direkt am Stativbein und ist dadurch optisch schöner. Hier gibt es kein richtig und falsch, das ist reine Geschmackssache. Gehe am besten in ein Fotogeschäft und siehe dir die beiden Mechanismen vor Ort an.

 

Größe

Als letzten Punkt gibt es noch die Größe. Hier ist es wichtig genau zu wissen, wozu du das Stativ brauchst. Wenn man viel unterwegs ist, sollte man sich für die kleine und kompakte Variante entscheiden. Diese hat jedoch den Nachteil, dass ihre Stabilität nicht mit der der größeren Modelle mithalten kann. Dafür ist sie eben extrem klein und passt in jeden Rucksack. Die größeren Stative sind aus Sicht der Stabilität und der Maximal – Höhe deutlich besser, dafür jedoch auch sperriger. Hier musst du selbst nach deinem Geschmack und Verwendungszweck entscheiden. Ich würde empfehlen außerdem, auf die Maximal – Tiefe zu achten, damit auch schöne Aufnahmen aus der Frosch – Perspektive entstehen können. Es gibt auch Mini – Stative, wie z.b. die Gorilla Pod Serie. Diese sind sehr klein, erfüllen jedoch auch ihren Zweck, allerdings ist ihre Hauptaufgabe meistens das Vloggen. Am besten machst du dir darüber Gedanken, was du mit deinem Stativ alles machen willst und lässt dich von einem Fachhändler beraten.

 

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